Inhaltsstoffe von Spülmaschinentabs

Aktualisiert am 3. Oktober 2026 von der Redaktion

Auf der Packung von Spülmaschinentabs stehen nur grobe Angaben. Hier erfährst du, welche Stoffe typischerweise drin sind, wozu sie dienen und welche davon umstritten sind.

Kurz gesagt: Die wichtigsten Inhaltsstoffe von Spülmaschinentabs sind Soda und Citrate (Gerüststoffe), Komplexbildner gegen Kalk, Enzyme, Sauerstoffbleiche, wenige nichtionische Tenside, Polymere sowie Glas- und Silberschutz. Umstritten sind vor allem Benzotriazol, schwer abbaubare Polymere, Duftstoffe und die wasserlösliche Folie. Die vollständige Liste veröffentlicht jeder Hersteller als Datenblatt im Internet.

Spülmaschinentabs Inhaltsstoffe: die Übersicht

Nicht jeder Tab enthält alle Stoffe. Die Tabelle zeigt die üblichen Gruppen, ihre Aufgabe und die bekannten Kritikpunkte.

StoffFunktionBedenken
Soda (Natriumcarbonat)Macht das Wasser alkalisch, löst Fett und EiweißReizt Augen und Haut, Hauptgrund für Warnhinweise auf der Packung
Citrate, MGDA, GLDABinden Kalk (Ersatz für Phosphate)Gelten als gut abbaubar
PhosphonateVerhindern KalkablagerungenSchlecht abbaubar, tragen Phosphor ins Abwasser
PhosphateEnthärtenÜberdüngung von Gewässern, seit 2017 EU-weit stark begrenzt
Natriumpercarbonat + TAEDSauerstoffbleiche gegen Tee- und KaffeeränderReizend, im Abwasser unkritisch zerfallend
Enzyme (Protease, Amylase)Spalten Eiweiß und StärkeKönnen beim Einatmen von Staub sensibilisieren, im fertigen Tab gebunden
Nichtionische TensideLösen Fett, verbessern Ablaufen des WassersRohstoffe teils aus Erdöl oder Palmöl
PolycarboxylateHalten Schmutz und Kalk in der SchwebeWasserlösliche Kunststoffe, biologisch schwer abbaubar
Silikate, ZinksalzeGlasschutz gegen KorrosionKeine wesentlichen
BenzotriazolSilberschutzSchwer abbaubar, wird in Gewässern nachgewiesen
Duft- und FarbstoffeGeruch, OptikOhne Reinigungswirkung, einige Duftstoffe können Allergien auslösen
PVA-FolieHülle, die sich im Wasser löstVollständiger Abbau in Kläranlagen umstritten

Was steht auf der Packung und was nicht?

Die Kennzeichnung regelt die EU-Detergenzienverordnung (EG) Nr. 648/2004. Auf der Packung müssen bestimmte Stoffgruppen mit Gewichtsbereichen stehen: unter 5 %, 5 bis unter 15 %, 15 bis unter 30 % sowie 30 % und mehr. Dazu gehören zum Beispiel Phosphate, Phosphonate, Tenside, Bleichmittel auf Sauerstoffbasis und Polycarboxylate.

Enzyme, Desinfektionsmittel, optische Aufheller und Duftstoffe müssen unabhängig von der Menge genannt werden. Bestimmte allergene Duftstoffe stehen ab 0,01 % mit ihrem Namen auf der Packung, ebenso Konservierungsmittel. Exakte Mengen musst du auf der Packung nicht finden.

Zusätzlich kommen Gefahrenhinweise nach der CLP-Verordnung, zum Beispiel zur Augenreizung. Sie beziehen sich auf den unverdünnten Tab, deshalb gilt: Tabs kindersicher aufbewahren.

Das Datenblatt: die vollständige Liste

Die Verordnung verpflichtet Hersteller, ein Verzeichnis aller Inhaltsstoffe im Internet zu veröffentlichen. Die Adresse steht auf der Verpackung. Dort findest du die Stoffe mit ihren chemischen Bezeichnungen, absteigend nach Menge.

  1. Adresse suchen. Auf der Packung steht meist ein Hinweis wie „Inhaltsstoffe unter …“.
  2. Produkt auswählen. Achte auf die genaue Sorte, Rezepturen ändern sich regelmäßig.
  3. Gezielt prüfen. Suche zum Beispiel nach „Benzotriazole“, „Parfum“, „Phosphonate“ oder „Polyvinyl Alcohol“.

Welche Inhaltsstoffe sind umstritten?

Benzotriazol

Der Silberschutz wird in Kläranlagen nur schwer abgebaut und gelangt so in Flüsse und Seen. Das Umweltbundesamt hat sich dafür ausgesprochen, den Eintrag zu verringern. Einige Hersteller verzichten bereits darauf. Wenn du kein echtes Silber spülst, brauchst du den Silberschutz meist nicht.

Wasserlösliche Polymere und Folie

Polycarboxylate und die PVA-Folie sind Kunststoffe, die sich im Wasser lösen. Ob sie in der Kläranlage vollständig abgebaut werden, ist nicht abschließend geklärt. Details stehen unter wasserlösliche Folie und Mikroplastik in Tabs.

Duftstoffe

Duft trägt nichts zur Reinigung bei. Für Allergiker sind Tabs ohne Duftstoffe die sichere Wahl.

Phosphor

Seit 1.1.2017 gilt EU-weit eine Grenze von 0,3 g Phosphor pro Standarddosis (Verordnung 259/2012). Phosphonate sind in kleinen Mengen weiter erlaubt. Mehr dazu unter phosphatfreie Tabs.

Wie wichtig sind die Inhaltsstoffe für die Reinigung?

Die Zutatenliste sagt wenig darüber, wie gut ein Tab reinigt. Entscheidend ist die Abstimmung der Stoffe aufeinander. Im Test der Stiftung Warentest (Heft 08/2026) erreichten nur 8 von 16 Produkten ein „gut“, darunter beide Testsieger aus Eigenmarken. Welche Tabs im Labor überzeugten, zeigt unser Überblick über die Tests.

Weniger Chemie im Abwasser erreichst du vor allem durch richtige Dosierung: Bei kleinen Ladungen oder weichem Wasser kann Pulver sparsamer sein als ein ganzer Tab. Ob sich Tabs teilen lassen, steht unter Spülmaschinentab halbieren. Wie du den Tab einsetzt, damit alle Stoffe wirken, erklärt Tab richtig einlegen. Weitere Hintergründe findest du im Ratgeber.

Achtung: Tabs sind stark alkalisch. Fass sie mit trockenen Händen an, lagere sie außer Reichweite von Kindern und mische sie nie mit anderen Reinigern.

Häufige Fragen zu Inhaltsstoffen von Spülmaschinentabs

Wo finde ich die vollständige Zutatenliste meiner Tabs?

Im Datenblatt auf der Website des Herstellers. Die Internetadresse muss auf der Verpackung stehen.

Sind Spülmaschinentabs giftig?

Unverdünnt reizen sie Augen, Haut und Schleimhäute. Nach dem Klarspülen bleiben bei normal funktionierender Maschine nur sehr geringe Reste auf dem Geschirr.

Enthalten Spülmaschinentabs noch Phosphat?

Kaum noch. Seit 2017 ist Phosphor in Maschinengeschirrspülmitteln auf 0,3 g pro Dosis begrenzt, die meisten Tabs sind phosphatfrei.

Brauche ich Tabs mit Silberschutz?

Nur wenn du echtes Silber oder versilbertes Besteck spülst. Für Edelstahl ist der Zusatz meist überflüssig.

Passend zum Thema