Phosphatfreie Spülmaschinentabs
„Phosphatfrei“ war lange ein echtes Kaufargument. Seit 2017 gilt in der EU aber ein strenger Grenzwert für Phosphor in Spülmaschinenmitteln, und die meisten Tabs kommen inzwischen ohne Phosphate aus. Was der Hinweis heute noch aussagt und womit Hersteller die Phosphate ersetzt haben, liest du hier.
Warum Phosphate ein Umweltproblem sind
Phosphate sind sehr gute Wasserenthärter und Schmutzlöser. Gelangen sie ins Abwasser und von dort in Flüsse und Seen, wirken sie dort jedoch wie Dünger: Algen wachsen übermäßig, sterben ab und verbrauchen beim Zersetzen Sauerstoff. Dieser Prozess heißt Eutrophierung und kann Gewässer im schlimmsten Fall „umkippen“ lassen.
In Waschmitteln für die Waschmaschine wurden Phosphate in Deutschland schon durch die Phosphathöchstmengenverordnung von 1980 und freiwillige Maßnahmen der Industrie verdrängt. Spülmaschinenmittel blieben lange eine Ausnahme. Laut Umweltbundesamt stieg der Phosphatverbrauch in Wasch- und Reinigungsmitteln deshalb mit der Verbreitung von Geschirrspülern wieder an.
Der EU-Grenzwert seit 2017
Mit der Verordnung (EU) Nr. 259/2012 hat die EU die Detergenzienverordnung ergänzt. Für Maschinengeschirrspülmittel für Verbraucher gilt seit dem 1. Januar 2017:
| Regel | Inhalt |
|---|---|
| Rechtsgrundlage | Verordnung (EU) Nr. 259/2012, Änderung der Detergenzienverordnung (EG) Nr. 648/2004 |
| Gilt für | Maschinengeschirrspülmittel für Verbraucher, also Tabs, Caps, Pulver und Gel für den Haushalt |
| Grenzwert | Max. 0,3 g Phosphor pro Standarddosis |
| Seit | 1. Januar 2017 |
| Was zählt | Der gesamte Phosphorgehalt, also Phosphate und andere phosphorhaltige Stoffe |
| Nicht erfasst | Gewerbliche Spülmittel für Großküchen |
Weil der Grenzwert für den gesamten Phosphor gilt, mussten die Hersteller ihre Rezepturen umstellen. Klassische Phosphat-Tabs gibt es für Haushalte in der EU seitdem praktisch nicht mehr. Manche Hersteller machten die Umstellung im Produktnamen sichtbar, etwa Finish mit „Powerball All in 1 0%“.
Phosphatfrei ist nicht phosphorfrei: Phosphonate
Viele Tabs enthalten weiterhin Phosphonate. Das sind organische Phosphorverbindungen, die in sehr kleinen Mengen Kalk binden und Bleichmittel stabilisieren. Sie sind chemisch etwas anderes als Phosphate, und ein Produkt mit Phosphonaten darf sich „phosphatfrei“ nennen.
- Vorteil: Phosphonate wirken schon in geringer Menge, der Phosphoreintrag ist deutlich kleiner als bei alten Phosphat-Tabs.
- Nachteil: Laut Umweltbundesamt sind Phosphonate biologisch schwer abbaubar.
- So erkennst du sie: Auf der Packung oder im Inhaltsstoffverzeichnis des Herstellers stehen sie als „Phosphonate“, teils mit Kürzeln wie HEDP oder DTPMP.
Der Blaue Engel für Maschinengeschirrspülmittel (DE-UZ 201) schließt sowohl anorganische Phosphate als auch Phosphonate wie ATMP, HEDP und DTPMP aus. Mehr dazu unter Umweltsiegel bei Spülmaschinentabs.
Womit Phosphate ersetzt wurden
| Ersatzstoff | Aufgabe | Hinweis |
|---|---|---|
| Citrate (Salze der Zitronensäure) | Binden Kalk | Gut abbaubar, aber schwächer als Phosphate bei sehr hartem Wasser |
| MGDA und GLDA | Komplexbildner, binden Kalk und Metallionen | Gelten als gut biologisch abbaubar |
| Soda (Natriumcarbonat) | Alkalische Grundlage, löst Fett | Kann bei hartem Wasser Kalkbeläge fördern |
| Polycarboxylate | Verhindern Kalk- und Schmutzablagerungen | Wasserlöslich, aber schwer abbaubar |
| Silikate | Schützen Glas und Dekor | Unbedenklich, mineralisch |
Was diese Stoffe im Spülgang genau tun, erklären wir unter Inhaltsstoffe von Spülmaschinentabs und So wirken Spülmaschinentabs.
Spülen phosphatfreie Tabs schlechter?
Nicht grundsätzlich. Die aktuellen Testsieger der Stiftung Warentest (Heft 08/2026), Aldi Power Force All-in-One und Rossmann Domol Ultra Power All-in-One, erfüllen wie alle Haushaltsprodukte den EU-Grenzwert und schnitten mit „gut“ (2,1) ab. Im Monotab-Test 02/2024 gewann mit everdrop sogar ein Öko-Anbieter (2,0).
Bei sehr hartem Wasser haben Phosphatersatzstoffe aber mehr Arbeit. Dann lohnen sich Regeneriersalz und ein korrekt eingestellter Enthärter, mehr unter Tabs für hartes Wasser und Wasserhärte einstellen. Wer Kalkflecken trotz Multitab sieht, sollte zuerst die Salzanlage prüfen, bevor er zur Marke wechselt.
Wie umweltfreundlich ist die Spülmaschine insgesamt?
Der Phosphorgehalt ist nur ein Faktor. Mindestens genauso wichtig sind Energie- und Wasserverbrauch, die richtige Dosierung und eine volle Maschine. Ein Vergleich mit dem Abwasch von Hand steht unter Spülmaschine vs. Handspülen. Weitere Umweltthemen findest du unter Mikroplastik in Spülmaschinentabs und Nachhaltige Spülmaschinentabs. Alles Weitere im Ratgeber und im Spülmaschinentabs-Test.
Häufige Fragen zu phosphatfreien Spülmaschinentabs
Sind alle Spülmaschinentabs heute phosphatfrei?
Fast alle Haushaltsprodukte in der EU, weil seit 2017 höchstens 0,3 g Phosphor pro Standarddosis erlaubt sind. Ein Teil der Tabs enthält aber noch Phosphonate, die ebenfalls Phosphor enthalten.
Was ist der Unterschied zwischen Phosphaten und Phosphonaten?
Phosphate sind anorganische Salze, die früher in großen Mengen als Enthärter dienten. Phosphonate sind organische Phosphorverbindungen, die in kleinen Mengen Kalk binden, aber laut Umweltbundesamt schwer abbaubar sind.
Woran erkenne ich Tabs ganz ohne Phosphor?
Ein verlässlicher Hinweis ist der Blaue Engel, der Phosphate und Phosphonate ausschließt. Ansonsten hilft ein Blick ins Inhaltsstoffverzeichnis auf der Website des Herstellers.
Gilt der Phosphor-Grenzwert auch für Gewerbespülmittel?
Nein. Die Regel aus der Verordnung 259/2012 betrifft Maschinengeschirrspülmittel für Verbraucher, nicht Produkte für Großküchen und Gastronomie.